MANFRED WEIL – Kunst aus 7 Jahrzehnten
30. Oktober – 19. November 2026
Manfred Weil studierte von 1946 bis 1951 in der Klasse für Monumentalmalerei an den Kölner Werkschulen.

Courtesy Familie M. Weil

Courtesy Familie M. Weil

Courtesy Familie M. Weil

Courtesy Familie M. Weil
Kuratiert von
Schulamith Weil
Konzept
Die Stiftung WerkKunst Köln e. V. zeigt vom 30. Oktober bis 19. November 2026 die Ausstellung Manfred Weil – Kunst aus 7 Jahrzehnten. Manfred Weil (1920–2015) studierte von 1946 bis 1951 in der Klasse für Monumentalmalerei an den Kölner Werkschulen und war danach zeit seines Lebens als freischaffender Künstler tätig. Die Einzelausstellung zeigt die beeindruckende Vielfalt seines Werks. Neben freier Malerei und Grafik mit vielfältigen Motiven – wie Menschen, Tieren, Stillleben und Landschaften – sind auch politische Karikaturen und Gebrauchsgrafik zu sehen. Kuratorin der Ausstellung ist Weils Tochter Schulamith Weil.
Der jüdische Kölner Manfred Weil floh aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Belgien und begann sein Studium an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen. Als auch dort die deutsche Wehrmacht einmarschierte, wurde er von Belgien als „feindlicher Ausländer“ nach Frankreich deportiert. Dort flüchtete er aus dem Konzentrationslager Gurs und danach über Frankreich, Belgien und Deutschland in die Schweiz.
Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus und seiner Rückkehr ins Rheinland setzte Manfred Weil sein Studium gleich nach deren Neueröffnung an den Kölner Werkschulen fort. Dort studierte er in der Klasse für Monumentalmalerei bei Otto H. Gerster. Es ist wahrscheinlich, wenn auch nicht zu verifizieren, dass Weil als Student an den großflächigen Sgraffiti von Gerster mitgewirkt hat, die 2020 beim Umbau des ehemaligen Rautenstrauch-Joest-Museums am Ubierring in Köln entdeckt wurden. Parallel war er Gasthörer bei Professor Heinrich Lützeler in Bonn. Um als Künstler leben zu können, arbeitete Weil einige Jahre lang auch als Gebrauchsgrafiker sowie von 1968 bis 1974 als Karikaturist für die SPD-Zeitung Vorwärts. Zudem war er Dozent für Malerei und Zeichnen an den Volkshochschulen Bonn (1968–1987) und Meckenheim/Rheinbach (1987–1989).
Manfred Weil war Gründungsmitglied der Künstlergruppe Bonn und stellte im Köln-Bonner Raum in zahlreichen Gemeinschafts- und Einzelausstellungen aus. Er wurde aber auch international, etwa in Australien, Israel und Frankreich ausgestellt. Seine Kunstwerke befinden sich heute in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen, etwa im Rheinischen Landesmuseum Bonn, in der Sammlung Memoria von Thomas B. Schumann, in der Artothek des Deutschen Bundestages oder im Dreiländermuseum Lörrach. Auch im öffentlichen Raum hinterließ Weil Spuren: So gibt und gab es an einigen Gebäuden in Bonn und Umgebung Wandmalereien und Sgraffiti.
Hinweis: In der Ausstellung können auch Werke aus dem Nachlass von Manfred Weil erworben werden.
Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 29. Oktober, 17–20 Uhr
Rahmenprogramm
Samstag, 31. Oktober, 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Schulamith Weil (Tochter des Künstlers)
Donnerstag, 5. November, 18 Uhr
Lesung: Manfred Weil – Sein oder Nichtsein
Schulamith Weil liest aus dem Buch von Mechthild Kalthoff und zeigt Filmausschnitte aus dem Erzählcafé mit Manfred Weil 2010.
Samstag, 7. November, 15 Uhr
Lesung: Alisa Weil – Deutschland, Palästina und zurück. Biografische Gespräche
Weils Ehefrau Alisa Weil überlebte mit ihren Eltern und ihrer Schwester den Nationalsozialismus durch die Flucht nach Palästina. Nach dem 2. Weltkrieg kehrte die Familie zurück ins zerstörte Deutschland, um am Wiederaufbau der Demokratie mitzuwirken. Schulamith Weil liest aus dem Buch von Dr. Carsten Teichert und erzählt aus dem Leben ihrer Mutter.
Samstag, 7. November, 17 Uhr
Wi.e.dersprechen – Dialoge über Grenzen hinweg
Schulamith Weil erzählt vom israelisch-palästinensischen Dialog, den sie seit Jahren begleitet.
Samstag 14. November, 16 Uhr
Manfred Weil spricht über seine Kunst. Filmaufnahme von Christian Bauer (2008)
Anschließend Gespräch und Ausstellungsbesichtigung
Finissage
Donnerstag, 19. November, ab 15 Uhr
Stolpersteinverlegung
für Manfred und Anatol Weil.
Der Journalist Anatol Weil (1922–1992) war Manfred Weils Bruder.
Es spricht Livia Nargy, Tochter von Anatol Weil.
Musikalische Begleitung: Klaus der Geiger.
Die Stolpersteine sind bis zur Verlegung in der Ausstellung zu sehen.
Donnerstag, 12. November, ab 10.45 Uhr
Piusstraße 15, Köln-Ehrenfeld
mehr Informationen unter: www.manfred-weil.de
Presse
Die Presse ist zur Ausstellungseröffnung und dem gesamten Rahmenprogramm herzlich eingeladen. Individuelle Besichtigungstermine – auch vor der Eröffnung – sind ebenso möglich.
Ausstellung: Schulamith Weil (Kuratorin der Ausstellung und Tochter von Manfred Weil)
Tel.: 02225 13765 / 0151 46797150
Verein: Christian Kaldenhoff (Vorsitzender Stiftung WerkKunst Köln e. V.)
Tel.: 0228 646676 / 0172 6248104